Feedback

 

Lesungen und Diskussionen zum Nachkriegsland bringen mir Spaß. Ich mache das, was ein Autor machen sollte, sich mit seinem Buch und seinen Gedanken der Öffentlichkeit zu stellen. Ich mache es gerne. Immer treffe ich interessierte und freundliche Zuhörer. Und mir ist bewusst, dass nicht jeder die Welt so sieht wie ich. Manchmal bin ich auch die Projektionsfläche für lange verdrängte Erinnerungen.

 

Der gestrige Tag mit der Lesung in der Buchhandlung Boysen + Mauke am Hamburger Rathausmarkt war für mich etwas besonderes. Ein Sonnabendnachmittag, an einem verregneten warmen Tag im November. Kultur im Contor. Die vielleicht 30 Plätze sind gut besetzt.

 

Als ich beginne, habe ich schnell das Gefühl, die Zuhörer hängen mir gebannt an den Lippen und saugen meine Erzählung auf. Mit fast 90 Minuten lese ich viel länger als geplant. Ich improvisiere und variiere die gelesenen Textstellen etwas, um den Anwesenden ein möglichst breites Bild zu geben. Zwischendurch gibt es interessierte positive Reaktionen im Publikum.

 

 

Dann bietet der Veranstalter Tee und Kekse. Es gibt eine Pause. Einige treten mit freundlichen Kommentaren und Fragen an mich heran. Ich signiere eine handvoll Bücher. Mit den verbliebenen Zuhörern gib es noch eine interessante Diskussion.

Anschließend sitze ich mit zwei Freundinnen, die zur Lesung gekommen waren, in einem kleinen Italiener.

 

Ich bin müde und leer, als hätte ich meine Seele von Innen nach Außen gestülpt. Es war ein schöner Nachmittag.