Die Zeiten änderten sich

  

 

Die Zeit der Veränderung war gekommen. Und Nichts sollte bleiben wie es war. Sam Cooke sang A change is gonna come, und in Greenwich Village hing der zwanzigjährige Bob Dylan herum, der verkündete, The times they are a-changin’. In einem anderen Song, A hard rain’s a-gonna fall, malte er das düstere Bild der Gegenwart, die Klage über den nuklearen Winter, über das Sterben im atomaren Untergang, das uns alle erwartete. Where black is the color and none is the number. Dylans Bild vom „Hard Rain“ prägte in der westlichen Welt das Bewusstsein vieler Heranwachsender. Wie ein Tritt in unser Gehirn explodierte sein Song Like a rolling stone in vielen Köpfen, so tief und umfassend fing er unsere Distanz zur Welt der Erwachsenen und unseren Schmerz über ihren Zustand ein.

 

 

   

 

Bob Dylan galt als die Stimme unserer Generation, ob er es sein wollte oder nicht, so als ob er unser kollektives Unterbewusstsein besser kannte als wir selbst. Er war so viel mehr als „nur“ ein Musiker oder Songwriter. Seine Texte erweckten unsere Gefühle zum Leben und brachten unsere Erfahrungen ans Tageslicht. Er war eine herausragende rätselhafte Figur, die unsere Rebellion gegen die bestehende Gesellschaft genau so in Worte fassen konnte, wie unsere Ängste und die Unsicherheit, unseren Platz in der Welt zu finden. Er sang über die Freude und den Schmerz unserer intimsten Beziehungen.